Wer Erholung, Gesundheit und bayerische Gemütlichkeit miteinander verbinden möchte, findet im niederbayerischen Bäderdreieck ideale Bedingungen. Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach im Rottal drei bekannte Kurorte, die gemeinsam eines der bedeutendsten Thermalregionen Europas bilden.
Neben modernen Thermen findet der Badegast eine sanfte Hügellandschaft, traditionelle Dörfer und zahlreiche Möglichkeiten zur Entschleunigung. Dass hier einst eigentlich nach Erdöl und Erdgas gesucht wurde, macht die Entstehungsgeschichte besonders bemerkenswert:
Statt des erhofften „schwarzen Goldes“ stieß man auf heißes Thermalwasser aus Tiefen von bis zu 1.600 Metern – der Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte.
Bad Füssing: Vom kleinen Weiler zum Weltbad
Bad Füssing war einst ein kleiner Ort mit nur wenigen Bauernhöfen. Im Jahr 1938 wurde bei Bohrungen die erste Thermalquelle entdeckt – ein Wendepunkt für die Region.
In den ersten Jahren durfte das Wasser jedoch nicht genutzt werden. Behörden wollten verhindern, dass etablierte böhmische Kurorte wie Karlovy Vary Konkurrenz bekommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten Bewohner eines nahegelegenen Flüchtlingslagers das warme Wasser zunächst nur zum Waschen. Erst 1953 bestätigten wissenschaftliche Untersuchungen die heilende Wirkung des Thermalwassers. Danach entwickelte sich der kleine Ort rasant.
Heute bietet Bad Füssing mit der Therme 1 Bad Füssing, der Europa Therme Bad Füssing und dem Johannesbad Therme eine beeindruckende Vielfalt für Gesundheitsurlauber und Erholungssuchende.
Bad Birnbach: Das Bad auf dem Land
Bad Birnbach setzt bewusst auf Ruhe und ländlichen Charme. Das Thermalwasser wurde hier erst 1973 entdeckt.
Die Anfänge waren bescheiden: Der erste Badegast nutzte eine einfache Blechbadewanne. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ein erfolgreicher Kurort.
Bis heute verfolgt Bad Birnbach ein bewusstes Konzept: keine Hochhäuser, kein Massentourismus. Der Kirchturm sollte der höchste Punkt des Ortes bleiben – und genau das ist bis heute so geblieben. Der Ort nennt sich selbst „Das ländliche Bad“.
Seit 1976 ist die Rottal Terme ein wichtiger Teil des Ortes. Besonders bekannt ist auch das gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelte AGES-Programm zur Stressprävention.
Bad Griesbach: Wellness trifft Golf
Bad Griesbach im Rottal war bereits vor der Thermalwasser-Entdeckung als Luftkurort bekannt.
1973 wurde – ähnlich wie in Bad Birnbach – bei Bohrungen Thermalwasser entdeckt. Danach entwickelte sich der Ort schnell weiter. Im Jahr 2000 erhielt die gesamte Stadt offiziell den Titel „Bad“.
Heute ist Bad Griesbach besonders für seine Kombination aus Wellness und Sport bekannt. Sechs 18-Loch-Meisterschaftsplätze machten den Ort zum „Golf-Mekka Deutschlands“.
Die Wohlfühl-Therme Bad Griesbach ergänzt das Angebot mit Thermalwasser-Anwendungen für Entspannung sowie Herz- und Kreislauftraining.
Mehr als nur Thermen
Abseits der modernen Wellnessanlagen zeigt das Rottal eine andere, ruhigere Seite Niederbayerns. Alte Vierseithöfe, kleine Dörfer und sanfte Hügel prägen die Landschaft.
Ein besonderes Ziel ist Ortenburg mit der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (Sammarei). Im Volksmund trägt die Kirche auch die Beinamen „niederbayerische Wieskirche“, „bayerisches Assisi“ und „deutsches Loreto“. Die Kirche wurde über einer mittelalterlichen Holzkirche errichtet, die einst ein Feuer überstand.
Beeindruckend ist auch das Kloster Aldersbach mit seiner berühmten Asamkirche. Die historische Brauerei des Klosters zählt zu den ältesten Bayerns.
Fazit
Das niederbayerische Bäderdreieck ist weit mehr als eine Region mit Thermalbädern. Aus einem Zufallsfund bei der Suche nach Bodenschätzen entstand eine Gesundheitsregion mit internationalem Ruf.
Hier treffen Wellness, Natur, Geschichte und bayerische Lebensart aufeinander – eine Kombination, die das Bäderdreieck bis heute besonders macht.

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